Über Bernstein

Über Bernstein


Bernstein ist auf der ganzen Welt bekannt und spielt heute die Hauptrolle bei einer neuen Generation von Schmuck-Designern aus der Ostseeregion, die es als Material für eine ganz besondere Form des künstlerischen Ausdrucks verwenden. Es gibt heute Bernsteinarbeiten, die jeden Geschmack und jede Vorstellung ansprechen.

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Es gibt viele Bernsteinarten, aber der bekannteste und der am häufigsten vorkommende Bernstein kommt aus dem Ostseeraum wo es auch „das Gold des Meeres“ genannt wird. Er wird von den Menschen in dieser Region schon seit 40.000 Jahren genutzt und ist unter vielen Namen bekannt. In der Antike wurde er von den Griechen Elektron (der Strahlende) genannt, bei der Römern war er unter den Namen Sucinum (der Saft, die dicke Flüssigkeit eines Baumes) bekannt, in Nordeuropa gab man ihm den Namen Brennstein (leicht entzündlicher Stein). Das Wort ist die ursprüngliche Variante von dem heutigen Namen Bernstein. Der andere basiert auf dem Namen Yantar und seinen anderen Formen, die in Osteuropa und dem Baltikum gebräuchlich sind. Der baltische Bernstein stammt aus den urzeitlichen Wäldern im Ostseeraum, die heute teilweise vom nördlichen Teil der Ostsee überflutet sind.

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Unter den vielen verschiedenen Variationen ist der Bernstein aus Zentral- und Nordamerika, Europa und Asien der, der am häufigsten vorkommt. Besonders auffallend sind die Steine aus der Dominikanischen Republik und Mexiko, da sie häufig Tier- und Pflanzeneinschlüsse haben und transparent sind. Dennoch dominiert seit der Steinzeit bis heute der baltische Bernstein international den Markt. Bernstein ist wegen seiner Farbe bei vielen Völkern verehrt worden, die die Sonne vergötterten, wie den Phöniziern, Römern und den Griechen. Bernstein wurde als Talisman getragen, der gegen Unheil helfen sollte und wurde als Heilmittel gegen viele Krankheiten verwendet. Im Kunsthandwerk wurden Symbole für Tempel und Kirchen der verschiedensten Religionen geschnitzt und er wurde von den Reichen als Schmuck getragen. Der Wissenschaft liefert er viele Informationen wie z.B. zum Klimawandel, Tier- und Pflanzentaxonomie, Medizin bis zur Elektrostatik. Sein niedriges Gewicht und die relativ einfache Formbarkeit haben viel zur Verbreitung dieses einzigartigen organischen Materials beigetragen. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass die Berührung von Bernstein zur Steigerung des Wohlbefindens von Körper und Seele beitragen kann. In der Wissenschaft, sei es in der Medizin oder in der Naturforschung, hat der viele Millionen Jahre alte Harz einen wichtigen Platz eingenommen. Bernstein wird oft für Schmuck wie z.B. Ketten, Anhänger oder Dekoration in verschiedenen Formen oder Variationen verwendet. Das wohl bekannteste Beispiel für eine ungewöhnliche Verwendung als Dekoration ist das heute verschollene Bernsteinzimmer. Andere Beispiele sind luxuriöse Tafelservices oder Essbestecke. Bei Bernstein handelt sich um ein fossiles Baumharz, das einst aus Stämmen und Ästen längst ausgestorbener Bäume floss. Diese Bäume existierten in Wäldern in der Eozän-Epoche vor ungefähr 40 Millionen Jahren in einer Phase der globalen Erwärmung bis schließlich eine Abkühlung stattfand. Die Pflanzenreste, die in diesem Bernstein manchmal eingeschlossen sind, deuten darauf hin, dass zu dieser Zeit eine Vielzahl an Pflanzen- und Baumgarten herrschte. Jedoch konnten Wissenschaftler, bis auf Spekulationen, dem Bernstein keine genaue Baumart zuordnen.

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Es gibt verschiedene Bernsteinfarben und -schattierungen. Die Transparenz von Bernstein kann von durchgängig transparent bis vollkommen opak reichen, die Farbtöne variieren von Klar-honiggelb, Orange, Braun, Rot, Weiß und Schwarz, bis zu seltenen Grün- und Blautönen. Die Beliebtheit der Farbe wechselte immer im Laufe der Geschichte mit der wechselnden Mode. Zu Neros Zeiten war der golden gelbe Bernstein beliebt. Man sagte, dass er der Haarfarbe von Neros zweiter Frau Poppaea ähnelte. Im 15. Jahrhundert war weißer Bernstein in Mode, da man ihm heilende Kräfte zuschrieb. Heutzutage scheint der grüne Bernstein an Beliebtheit zu gewinnen, da er in der Natur selten vorkommt. Die Knappheit führt aber dazu, dass er oft künstlich hergestellt wird, indem man die Farbe bestimmter Bernsteinarten durch Hitze und Druck verändert.

Bernstein wurde schon zu prähistorischen Zeiten nicht nur in Form von Perlen an Hals- oder Armkettchen getragen, sondern auch als Schmuck an der Kleidung und als Amulett. Da Bernstein eine magnetische Anziehungskraft auf Stroh oder Federn hat, wenn er zuvor mit einem Tierfell gerieben worden ist, hatte man ihm in der Antike magische Eigenschaften zugeschrieben, die den Träger vor körperlichem Schaden und Krankheiten schützen sollten.